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HSG-Schulleiter Konrad Blank sagt Servus

von Dirk Simon

Nach 31 Jahren des schulischen Wirkens geht Konrad Blank, der Leiter des Hermann-Staudinger-Gymnasiums in Erlenbach/Main, in den Ruhestand. Vor rund 150 Gästen in der Aula des HSG waren die Festredner voll des Lobes über den engagierten Pädagogen.

Konrad Blank war der fünfte Direktor des Hermann-Staudinger-Gymnasiums, der seit 2006 die Geschickte der Schule lenkte, die derzeit rund 900 Schüler zählt. Die Zahl der Abiturienten, die er in Erlenbach verabschiedet hat, dürfte vierstellig sein, am Dienstag nun war es Konrad Blank selbst, der von der Schulfamilie herzlich verabschiedet wurde.

Verabschiedung Blank

Wie in Ovids Metarmorphosen stehen Veränderungen am HSG an, fasste Uli Koch, der stellvertretende Schulleiter, in seiner Begrüßung zusammen. „Eine treibende Kraft liege jeder Metarmorphose zugrunde und mit viel Schaffenskraft und Tatendrang gelang dies Konrad Blank“ in seiner elfjährigen Direktorentätigkeit. So erinnerte Uli Koch beispielsweise an den Ausbau der Sportanlagen, die die Grundlage schufen, das HSG zu einem Aushängeschild in Sachen Sport zu machen oder der Aufbau der offenen wie gebundenen Ganztagesklasse.

Tür immer offen

Nikolaus Volland als Vertreter des Personalrats beschrieb, wie Konrad Blank den Ausgleich zwischen der Institution Schule und dem einzelnen Individuum schaffte. Dies gelang durch einen kollegialen Führungsstil, aber auch dadurch, „dass die Tür des Direktors im wahrsten Sinne des Wortes immer offen stand.“ Für den Elternbeirat sprach Heiko Reichold seinen Dank für die Verdienste von Konrad Blank aus. Das Bild des römischen Familienvaters, der sich um alle Belange der Familienangehörigen kümmert, skizzierte Eva Giegerich, 1. Schülersprecherin, und beschrieb damit das Wirken des Direktors aus Sicht der Schüler.

Uli Koch beendete sein Grußwort mit einem Ausblick, in welchem er Konrad Blank versicherte, dass er jetzt keine Verantwortung mehr tragen müsse, aber auch nicht mehr bestimmen dürfe. Das Schlusswort übergab er an Ann-Sophie Fries, Abiturientin, die auftrat in ihrer Rolle als Meisterin Hora und ihre letzten berühmten Sätze aus „Momo“ rezitierte: „Die Bedeutung der Zeit: Die Zeit ist das Leben und das Leben, das wohnt im Herzen. Denn alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist verlorene Zeit.“

Eine Ära geht zu Ende

Die Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken, Monika Zeyer-Müller, sprach von einer „Ära, die zu Ende geht.“ Am 1. August 2000 wurde Konrad Blank Konrektor, am 1.8.2006 Schulleiter des HSG und „vor allem das dominierende Element der Schule.“ Die Schule stand vor großen Herausforderungen und „sie haben deutliche Spuren hinterlassen, dafür gebührt ihnen großer Dank.“ 31 Jahre schulisches Wirken in Erlenbach seien „ein Statement“. Anschließend umschrieb Monika Zeyer-Müller die Persönlichkeit Konrad Blanks: „Wer aus eigener Motivation heraus in der Lage sei, Schüler zu motivieren, der erreiche auch deren Herzen“ - damit spielte sie auf die Begeisterung für seine Fächer an, in denen er vielfältige Aktivitäten initiierte und mit „seiner strahlenden Freundlichkeit bei allen beliebt war.“

Spuren in der Schule hinterlassen

Landrat Jens-Marco Scherf erzählte von einer Biologiedoppelstunde im Jahre 1992 aus seiner Schulzeit am HSG, bei der es auf die Beharrlichkeit und Durchsetzungskraft von Konrad Blank ankam, die im auch im Amt als Schulleiter gegenüber dem Sachaufwandsträger zugute kamen. In seinen Augen ist „ein Schulleiter ein eierlegender Wollmilchtiger, der seine Krallen zeigen oder zubeißen muss“ - so die bayerische Defintion des Schulleiters. Diese Fähigkeit bescheinigte er Konrad Blank, der in all seiner Zeit immer als „Anwalt der Schule“ auftrat und verlässlich blieb. Dies hob auch Erlenbachs Bürgermeister Michael Berninger hervor, der Konrad Blank ein „Muster an Verlässlichkeit“ attestierte und damit „blankes Vertrauen“ in ihn setzte, was eine fruchtbare Zusammenarbeit bedeutete.

Nachdem ein neugegründetes HSG-Männerballett (Leitung: Corinna Pangerl) aus Mitgliedern des Kollegiums und dem ehemaligen Konrektor und jetzigen Direktor des Kronberg-Gymnasiums, Henrik Barz, die Bühne und die Lachmuskeln der Gäste zum Beben brachte, ergriff der Scheidende selbst das Wort – vor allem, um Danke zu sagen. Er verstand sich immer als „Minister der Schule, aber in seiner ursprünglichen Bedeutung des Wortes, als Diener dieser.“ Als Schulleiter sei man allein hilflos, und deshalb dankte er den Schülern für deren erfrischende Art, den Eltern für die erzieherische Leistung, aber auch allen Mitarbeitern der Schule. Allen voran dankte Blank seinen Weggefährten aus all den Jahren. Sichtlich bewegt gestand Konrad Blank, dass die Verabschiedung für ihn „ein unvergessliches Erlebnis“ bleiben werde. Er sei „gerne Lehrer gewesen“, und sein Job als Schulleiter habe ihn sehr erfüllt. Seiner Nachfolgerin, Christine Büttner, wünschte er das Allerbeste und formulierte einen letzten Wunsch in den Raum: „Weiter so!“.

Musikalisch umrahmten die Veranstaltung der HSG-Jugendchor unter der Leitung von Monika Lingner und die HSG-Bigband unter Leitung von Bernd Wehle.